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Räuchern
Durch das Räuchern wird die sog. Räucherware
hergestellt. In der Praxis bedeutet das: Wurst und
Pökelfleisch wird durch Rauch haltbarer gemacht. Unter
Räucherware verstehen wir sowohl alle Arten von
geräuchertem Schinken und Rauchfleisch als auch Halbdauer-
und Dauerwürste. Man unterscheidet das Räuchern in zwei
Verfahren:
- Kalträuchern
- Heißräuchern
Kalträuchern
Für das sog. Kalträuchern benötigen Sie einen
Räucherschrank oder eine Räucherkammer, wie sie früher
jeder Bauernhof sein Eigen nannte. Als Basismaterial wird
gepökeltes Fleisch verwendet, die sog. Pökelware.
Diese sollte vor dem Räuchern bereits drei Tage lang gut
abgetrocknet sein, ehe man Sie dann in den Rauch gibt. Der
Räucherschrank, oder die Kammer, sollte bei gleichmäßiger
Temperatur gehalten werden, die 22 Grad aber nicht
übersteigen sollte. Sie sollten auch darauf achten, dass
der Raum über eine permanente Luftumwälzung verfügt.
Außerdem wird eine möglichst gleichmäßige Rauchzufuhr die
Qualität ihrer Räucherware verbessern.
Bei den vorgenannten Bedingungen beträgt die Dauer
des Räuchervorgangs für Fleisch rund 2 Wochen, für
Dauerwürste 8 bis 10 Tage.
Sie sollten sich hin und wieder vom Zustand ihrer
Räucherware überzeugen. Diese ist fertig, wenn sie goldgelb
bis mittelbraun aussieht. Sie sollte aber nicht verrußt
sein. Wenn Fleisch oder Wurst zu lange im Rauch hängen,
werden sie zäh und hartfaserig, oft sehen sie dann
unansehnlich aus. Es gibt aber auch spezielle Sorten, bei
denen gerade die gefragt ist.
Wenn Sie die Räucherware aus dem Rauch nehmen,
sollte sie zuerst in Ruhe abkühlen. Nach dem Abkühlen dann
in einen luftigen, dunklen Raum hängen. Achten Sie aber
auch darauf, dass kleine Nager wie etwa Mäuse auch gerne
Geräuchertes naschen!
Heißräuchern
Dieses Räucherverfahren wird in der Praxis vor allem
bei Halbdauerwürsten vor dem Brühvorgang angewendet: Die
Würste werden hierzu in einen etwa 80 Grad Celsius warmen
Rauch gehängt und sollten dort rund 6 bis 8 Stunden lang
verbleiben. So erzielt man neben der längeren Haltbarkeit
auch eine Geschmacksverbesserung.
Pökeln, Beizen
bzw.Einsuren
Unter Pökeln versteht man die Haltbarmachung von
Fleisch durch Zugabe von Salz. Das Salz hat hierbei die
Aufgabe, Kleinlebewesen (Bakterien, Pilze etc.) dadurch
abzutöten, dass es ihnen das Wasser entzieht und sie so
austrocknet. Hierzu ist aber eine hohe Salzzugabe von
Nöten, die sich negativ auf den Geschmack des Fleisches
auswirkt und ebenso negativ auf die Nährstoffe. Dies ist
einer der Gründe dafür, dass man heutzutage das Pökeln in
der Praxis nur noch verwendet, wenn man aus dem Pökelgut
anschließend Räucherware herstellen will. Wer noch auf
ältere Kochbücher zurückgreifen kann, findet dort auch
Rezepte, wie man Pökelfleisch schmackhaft zubereiten kann.
Pökeln wird in drei Grundarten unterschieden:
- Trockenpökeln
- Nasspökeln
- Schnellpökeln
Trockenpökeln
Bei dieser Pökelart wird dem Fleisch das Salz in
trockenem Zustand beigegeben. Hierzu schichtet man das
Fleisch und Salz lagenweise in ein Pökelfass oder einen
Pökeltopf . So entsteht die sog. Eigenlake.
Zutaten pro kg Fleisch:
- 80 g Salz
- 1 g Salpeter
- 10 g Wacholderbeeren, gestoßen
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Lorbeerblatt
- 8 g Zucker (auch Kandiszucker)
- Gewürze wie Nelken oder Pfeffer können je nach
Geschmack zugegeben werden.
Zubereitung:
Fleisch gut auskühlen lassen. Die Zutaten gut
miteinander vermengen, dann damit das Fleisch gründlich
einreiben. Mit der Würze muss dann auch das verwendete
Pökelgefäß gut ausgerieben werden, ebenso der Deckel. Nun
können Sie das Fleisch in das Gefäß schichten, wobei Sie
die größeren Stücke nach unten und die kleineren nach oben
geben. Bilden Sie jeweils so gut wie möglich eine Lage,
die Sie dann mit der Würzmischung bestreuen, dann die
nächste Lage darauf und so weiter.
Jetzt sollte das Fleisch etwa 3 bis 4 Stunden ruhig
stehen, ehe Sie es mit einem sauberen Leinentuch abdecken
und dann den Deckel oben auf geben. Am besten verwenden
Sie hierbei ein massives Holzbrett (niemals eine
Spanplatte!). der Deckel sollte dann beschwert werden, um
ein gutes Verschliessen zu garantieren.
Zur Ermittlung der Pökeldauer dient uns das größte
Fleischstück als Maßstab. Als Faustformel gilt: Pro kg
des größten Stückes jeweils 8 Tage Pökeldauer.
Nasspökeln
Beim Nasspökeln muss man das Salz zuerst
zusammen mit den Gewürzen aufkochen. Danach lässt man
diese Lake erkalten. Nun wird das Fleisch, wie bereits
angesprochen, schichtweise in das Pökelgefäss gelegt.
Dabei gießt man die erkaltete Lake über jede Fleischlage.
Sie sollten darauf achten, dass alle Fleischstücke
komplett von der Lake bedeckt sind.
Zutaten für die Lake pro kg Fleisch:
- 3/4 Liter Wasser
- 100 g Salz
- 1 g Salpeter
- 10 g Wacholderbeeren, gestoßen
- 1 Lorbeerblatt
- 5 g Kandiszucker
- 1 Knoblauchzehe (nach Wunsch)
Je nach eigenem Geschmack können auch weitere
Gewürze zugegeben werden.
Schnellpökeln
Vor allem an warmen Sommertagen, wenn das frische
Fleisch rasch bearbeitet werden soll, empfiehlt sich das
Schnellpökeln vor dem Räuchern. So kann man das Fleisch
schneller in den Rauch bringen.
Hierzu schneiden Sie das Fleisch in möglichst glatte
Stücke. Danach mischen Sie den Pfeffer, Salpeter und
Zucker miteinander und reiben das Fleisch mit diesem
Gemisch gründlich ein. Nun wird das Salz in zwei
gleichgroße Portionen geteilt.
Zutaten pro kg Fleisch:
- 100 g Salz
- 1/2 g Salpeter
- 1 g Zucker
- 1 Prise Salz
Jetzt nehmen Sie die erste Salzportion und wärmen
diese in einem Topf so an, dass Sie das Salz gerade noch
in die bloße Hand nehmen können, ohne sich zu verbrennen.
Damit reiben Sie dann die Fleischstücke wiederum gründlich
ein. Die solcherart bearbeiteten Fleischbrocken legen Sie
dann in einen Topf oder ein Fass. Drei Tage lang sollte
das Fleisch so an einem dunklen, kühlen Ort liegenbleiben.
Am dritten Tag erwärmen Sie die zweite Salzportion
und wiederholen den gesamten Vorgang. Das Fleisch legen
Sie danach wieder in das Gefäß zurück und lassen es
erneut drei Tage lang liegen.
Am vierten Tag können Sie dann die ersten, dünneren
Fleischstücke in den Rauch geben. Je nach Dicke sollten
Sie die Fleischbrocken bis zu acht Tage im Behälter
lassen, ehe Sie in den Rauch gegeben werden.
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