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Von Mai bis
November werden wieder Töpfe und Gläser mit köstlichem Selbstgemachten
gefüllt:
Obst wird zu
Säften, Marmeladen und Gelees verarbeitet.
Der Grund dafür ist einfach:
Selbstgemachtes ist besser, gesünder und billiger - besonders, wenn die
Ernte aus dem eigenen Garten verwendet wird.
Wie
werden Säfte, Gelees und Marmeladen haltbar gemacht?
Große Mengen Zucker
bewirken die Hemmung der Lebenstätigkeit der Mikroorganismen durch die
Verringerung des frei verfügbaren Wassers und die Herabsetzung der
Löslichkeit des Sauerstoffs in Wasser. Ein langfristiges Haltbarmachen
mit Zucker muß dennoch mit anderen Konservierungsverfahren kombiniert
werden, da die Mikroorganismen durch Zucker nicht beseitigt werden,
sondern nur gehemmt. Als Methoden bieten sich an: Hitzekonservierung,
zusätzliches Eindicken mit Gelierstoffen und chemische Konservierung, z.
B. mit Sorbinsäure.
Geräte und Hilfsmittel
Die Größe der Gläser
und Verschlüsse richtet sich nach dem Verbrauch und nach den Rezepten.
Es lohnt sich, laufend kleine Gläser (350—450 g) mit „Twist-off“-Verschluß
zu sammeln.
Diese Drehverschlüsse sind bei der Herstellung von Konfitüren u. ä.
leicht zu handhaben: Heiß einfüllen, zudrehen und zwei Minuten auf den
Kopf stellen. Ein Austrocknen, Schimmeln oder Gären des Fruchtgutes ist
bei dieser Methode kaum möglich.
Beim Zubinden mit Einmachcellophan wird ein genau zugeschnittenes
Blättchen auf den Inhalt gelegt, ein paar Tropfen hochprozentiger
Alkohol (Haltbarkeit) darüber gegeben. Anschließend wird ein
angefeuchtetes, großzügig zugeschnittenes Rechteck über den warmen
Glasrand gespannt, glatt gezogen und mit einem Gummiring festgehalten.
Während des Abkühlens zieht sich die Oberfläche stark ein. Ein Platzen
dieser angespannten Haut ist leicht möglich. Das Glas muß dann entweder
verbraucht oder neu aufgekocht werden.
Kleine Portionen
bringen Vorteile: Wird mit zuckersparenden Mischungen gearbeitet,
verderben die angebrochenen Gläser in kurzer Zeit. Der Inhalt geliert
schneller und besser.
Die Auswahl des Kochtopfes ist für das spätere Gelieren entscheidend.
Richtig ist ein hoher und weiter Topf, in dem die Masse ohne Überlaufen
sprudelnd kochen und Wasser ausreichend verdampfen kann. Eine
Küchenwaage soll bereitgestellt sein: denn das Gelingen hängt vom
genauen Abmessen der Frucht- und Zuckermengen ab.
Kochlöffel, Schöpfkelle und Einfülltrichter sowie Topf und Gläser müssen
gut gereinigt werden. Es dürfen keine Fettreste an den Geräten und
Gläsern sein, die Haltbarkeit wäre in Frage gestellt.
Gelierhilfen
Gelierhilfen werden im
Handel in verschiedenen Formen angeboten: Flüssigpektin, Gelierzucker,
Gelierpulver usw. Ihre Anwendung ist Aroma-, Farb- und Vitaminschonend
und führt außerdem schon nach kurzer Zeit zum fertigen gelierfähigen
Produkt.
Falls Sie Gehierhilfen verwenden, halten Sie sich am besten an die auf
der Verpackung angegebene Gebrauchsanweisung.
Tipps
zum guten Gelingen
1. Das Obst muß
einwandfrei und voll ausgereift sein.
2. Zum Kochen der
Früchte Edelstahl- oder Emailtöpfe verwenden, die innen nicht beschädigt
sein dürfen. Schnelles Anbrennen des Kochguts, Beeinträchtigung des
Geschmacks und leichteres Verderben sind ansonst die Folgen.
3. Den Kochtopf nur bis
zur Hälfte mit der Frucht- Zucker-Mischung füllen. Bei der Verwendung
von 2kg Obst und 2 kg Zucker sollte man einen 10-Liter-Topf benutzen, da
beim Aufkochen Schaum entsteht.
4. Umrühren ist während
des Kochens erforderlich. Zur Kontrolle des Gelierens gibt es die
Gelierprobe:
Am einfachsten st es, einen Teelöffel der heißen Fruchtmasse auf einen
Teller zu geben und sie erkalten zu lassen. Beim Anstoßen mit dem Finger
sollte sie fest sein und sich falten.
5. Zur Aufbewahrung von
Konfitüre, Gelee und Marmelade eignen sich kleine Gläser besonders gut.
6. Das Fruchtgut heiß
in die Gläser einfüllen. Zum Schutz vor Bakterien die Gläser vor dem
Einfüllen zum Abtropfen umgestülpt auf saubere Küchenhandtücher stellen
oder mit heißem Wasser gefüllt stehen lassen. Auf keinen Fall die Gläser
abtrocknen
7. Beim Einfüllen die
Gläser auf ein feuchtes Tuch stellen. Die Gefahr, daß sie platzen
könnten, ist somit behoben.
8. Marmeladen,
Konfitüren und Gelees können auch sterilisiert werden. Dieser
Mehraufwand an Arbeit lohnt sich nur, wenn keine guten Lagerbedingungen
gegeben sind. Das zusätzliche Sterilisieren verhindert Schimmelbildung
und das vorzeitige Eintrocknen des Füllguts. Auch ist es für alle die
angebracht, die mit weniger Zucker kochen wollen (Sterilisierzeit30
Minuten bei 90°C).
9. Eine, endgültige
Gelierung muß noch nicht am 4. Tag erfolgt sein. Deshalb sollte man
nicht ungeduldig die Gläser schütteln oder gar darin rühren.
10. Die Gläser
beschriften und kühl lagern.
Marmelade machen:
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1. Früchte
zerkleinern |
2. Zucker dazugeben |
3. Schaum abschöpfen |
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4. Gelierprobe
machen |
5. In Gläser
füllen |
6. Ränder
säubern |
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7. Mit Tuch bedeckt
auskühlen lassen |
8. Mit Cellophan
verschließen |
9. Fertige Marmelade,
beschriftet |
Fruchtsäfte
Saftgewinnung:
1. Dampfentsaften ist
nicht nur die wirtschaftlichste Art der Saftgewinnung im Haushalt, da
der Saft ohne nochmaliges Erhitzen sofort in Flaschen abgefüllt werden
kann, es bleiben auch die wichtigsten Nährwerte im Saft enthalten.
Zum Dampfentsaften
eignen sich nicht nur die eigentlichen Dampfentsafter, sondern auch
Einkochtöpfe mit Saftgewinner- Einsätzen.
Nach einer
Entsaftungszeit von 30—60 Minuten (je nach Rezept) muß der Saft sofort
in die vorbereiteten Flaschen abgefüllt werden, denn nur solange er eine
Temperatur von 75°C hat, ist er keimfrei. Sofort nach dem Abfüllen
werden die Flaschen verschlossen an einen zugfreien Ort zum Abkühlen
gestellt.
2. Roher Saft:
Handpressen eignen sich für die Verarbeitung kleinerer Mengen Früchte.
Mit elektrischen Entsaftern hat man eine große Saftausbeute und in sehr
kurzer Zeit einige Liter Gemüse- oder Obstsaft erhalten.
3. Gekochter Saft: Die
vorbereiteten Früchte zerkleinern und mit der angegebenen Wassermenge
aufkochen. Hierzu kann der Schnellkochtopf verwendet werden. Man rechnet
für 2 kg Obst 1—2 Liter Wasser. Den heißen Fruchtbrei schüttet man in
ein Leintuch, das in einen ausreichend großen Topf gehängt wird. Der
abgelaufene Saft wird dann mit der gewünschten Zuckermenge vermischt,
kurz aufgekocht und in die Saftflaschen gefüllt.
Die
Saftbereitung:
Je reifer das Obst ist,
desto aromatischer und ergiebiger wird der Saft. Es empfiehlt sich,
milde Früchte mit herben zu mischen.
Die Zuckermengen für
trinkfertige Säfte variieren von 50—1 00 g Zucker/kg Frucht.
Fruchtsäfte, die bei Gebrauch verdünnt werden, erfordern eine größere
Zuckerzugabe. Als Anhalt gilt nachfolgende Regel:
Auf 1 kg süße Früchte
100—1 50 g Zucker,
auf 1 kg saure Früchte 200-250 g.
Roh gepreßte oder kalt
gewonnene Säfte werden in Flaschen gefüllt, im Wasserbad des
Einkochtopfes auf 72—75°C (nicht höher) 25 Minuten lang erhitzt und
danach sofort mit Gummikappen nach Vorschrift verschlossen.
Gelee
Für die Zubereitung von
Gelee ist es wichtig, Saft in konzentrierter Form zu verarbeiten.
Beim Entsaftungsvorgang entfällt die Zuckerzugabe.
Kernobst:
Vor dem Entsaftungsvorgang waschen und zerkleinern. Das Kerngehäuse kann
mitverwendet werden.
Steinobst:
Die gewaschenen Früchte ihrer Art entsprechend vorbereiten. Kirschen,
Zwetschken, Renekloden kann man mit dem Stein entsaften, Pfirsiche
sollten entkernt werden.
Beerenobst:
Brombeeren, Stachelbeeren, Himbeeren,
Johannisbeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren wäscht man vor dem Entsaften.
Stiel und Rippen müssen nicht entfernt werden.
Grundrezept für die Verwendung von Gelierzucker
1 Liter Fruchtsaft — 1
kg Gelierzucker
Nicht verdünnten,
frisch gewonnenen, aber kalten Fruchtsaft mit dem Gelierzucker
vermischen und unter starker Hitze zum Kochen bringen. Vom ersten
Aufwallen an rechnet man die auf der Packung angegebene Kochzeit und
füllt sofort danach in kleine Gläser um. Heiß verschließen und
beschriften.
Marmeladen
Grundrezept für die Verwendung von Gelierzucker:
1 kg Früchte waschen,
abtropfen lassen und im Mixaufsatz der Küchenmaschine, mit dem
Handmixgerät oder im Fleischwolf zermusen. In einem ausreichend großen
Topf mit 1 kg Gelierzucker mischen und die gesamte Masse unter Rühren
zum Kochen bringen.
Je nach Anleitung auf
der Packung muß 2 oder 4 Minuten gekocht werden. Zu beachten ist dabei,
daß die Kochzeit erst mit Beginn des sprudelnden Kochens berechnet wird.
Nach Ende der Kochzeit die Marmelade sofort in die vorgewärmten Gläser
füllen und nach Vorschrift verschließen.
Es kann aufgrund der
kurzen Erhitzungszeit vorkommen, daß sich die Früchte oben im Glas
befinden. Dies hat keinerlei Einfluß auf die Haltbarkeit. Offnet man ein
Glas für den Frühstückstisch, kann der Glasinhalt umgerührt werden, so
daß die Früchte gleichmäßig verteilt werden.
Gutes
Gelingen!
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