Von Mai bis November ist die Hoch-Zeit des Einmachens.
Gläser,
Flaschen und Steintöpfe füllen sich mit Eingekochtem, Eingelegtem, mit
Säften, Konfitüren und Gelees.
Der Grund
dafür ist einfach:
Selbstgemachtes ist besser, gesünder und billiger - besonders, wenn die
Ernte aus dem eigenen Garten verwendet wird.
Was passiert beim
Einkochen?
Das Prinzip des
Einmachens oder Einkochens ist ganz einfach: Es besteht in der
Hitzeeinwirkung auf Lebensmittel.
Das Ziel dieses Verfahrens ist es, durch das Erhitzen die
Mikroorganismen abzutöten oder in ihrer Entwicklung zu hemmen, die
lebensmitteleigenen Enzyme zu zerstören oder wirkungslos zu machen,
durch einen luftdichten Verschluß der Gefäße den Inhalt keimfrei zu
halten.
Die Erhitzung bewirkt nicht nur die Abtötung der Fäulnisbakterien und
Gärungskeime, sondern gleichzeitig eine starke Ausdehnung der sich
innerhalb des Glases befindlichen Luft, sodaß diese zwischen Einkochring
und Glasrand aus dem Glas hinausgedrückt wird. Beim Erkalten zieht sich
die noch verbleibende Luft zusammen und es entsteht im Glasinneren ein
Unterdruck, der den festen Verschluß des Glases bewirkt. Das Einmachgut
ist sodann verschlossen nahezu unbegrenzt haltbar.
Was kann man
Einkochen?
Obst:
Sterilisieren ist für
Obst ideal. Viele Obstsorten, die zum Einfrieren nur bedingt geeignet
sind, entwickeln beim Sterilisieren ihr volles Aroma. Frisches,
ausgereiftes Obst aus der Haupterntezeit (Frühobst eignet sich wegen
seines hohen Wassergehaltes nicht zum Einkochen) pflückt man in den
Morgenstunden (nur soviel, wie am gleichen Tag verarbeitet werden kann).
Dann wäscht, entstielt bzw. entsteint und zerkleinert man es.
|
Einkochzeittabelle für die wichtigsten Obstarten: |
Einkochgut
|
Einkoch-
zeit
Minuten |
Einkoch-
temperatur
°C |
Zuckerzusatz
g auf 1 l
Flüssigkeit |
Zuckerzusatz
g auf 1 kg
Fruchtfüllung |
| Äpfel |
30 |
80 |
200 |
- |
| Birnen |
30 |
90 |
250 |
- |
| Brombeeren |
30 |
75 |
- |
250 |
| Erdbeeren |
20 |
75 |
- |
250 |
| Heidelbeeren |
30 |
80 |
- |
250 |
| Kirschen, süß |
30 |
80 |
175 |
275 |
| Kirschen, sauer |
30 |
80 |
200 |
400 |
| Marillen |
30 |
75 |
200 |
- |
| Pfirsiche |
30 |
75 |
300 |
- |
| Rhabarber |
30 |
80 |
- |
175 |
| Stachelbeeren |
30 |
75 |
300 |
- |
| Zwetschken |
30 |
75 |
250 |
175 |
Für die
Zuckerzugabe gilt folgende Faustregel:
Für süße Früchte 125—300 g Zucker auf 1 Liter Wasser.
Für saure Früchte 500—600 g Zucker auf 1 Liter Wasser.
Gemüse:
Junges, zartes Gemüse
aus der Hauptwachstumszeit erntet man in den Morgenstunden und zwar nur
soviel, wie man am gleichen Tag verarbeiten kann. Dann wäscht, putzt und
zerkleinert man es.
Grundrezept für roh
eingekochtes Gemüse:
Das rohe Gemüse randvoll in die Einkochgläser füllen und mit klarem
Wasser bis 2 cm unter den Glasrand aufgießen und einkochen. Die
Einkochzeit für das Einkochen von rohem Gemüse ist in den einzelnen
Rezepten angegeben.
Grundrezept für
vorgekochtes Gemüse:
Das Gemüse in klarem, kochenden Wasser 3—5 Minuten vorkochen. Bei hellem
Gemüse, z. B. Karfiol, empfiehlt es sich, dem Vorkochwasser etwas
Zitronensaft oder Zitronensäure beizufügen. Aus dem kochenden Wasser
herausnehmen, in die Einkochgläser füllen und mit frischem kochenden
oder kalten Wasser aufgießen und einkochen.
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Tabelle über
Einkochzeiten für Gemüse: |
Einkochgut
|
Einkochzeit
roh
(Minuten) |
Einkochzeit
vorgekocht
(Minuten) |
Einkoch-
temperatur
°C |
| Bohnen |
90 |
60 |
98 |
| Erbsen |
90 |
60 |
98 |
| Gurken |
- |
30 |
98 |
| Karfiol |
90 |
60 |
98 |
| Karotten |
90 |
60 |
98 |
| Sellerie |
- |
80/90 |
98 |
| Spargel |
90 |
- |
98 |
| Spargelbruch |
- |
60 |
98 |
| Tomaten |
30 |
- |
85 |
Pilze:
Alle eßbaren Pilze mit
ihrem hohen Gehalt an Eiweißstoffen und Nährsalzen eignen sich zum
Einkochen.
|
Tabelle über
Einkochzeiten für Pilze: |
| Einkochgut |
Einkochzeit
roh
(Minuten) |
Einkochzeit
vorgekocht
(Minuten) |
Einkoch-
temperatur
°C |
| Champignons |
- |
60 |
98 |
| Eierschwammerln |
- |
60 |
98 |
| Morcheln |
- |
60 |
98 |
| Steinpilze |
- |
60 |
98 |
Die zum Einkochen
notwendigen Geräte
Um rationell arbeiten
zu können, lohnt es sich, folgende Geräte anzuschaffen. Einkochgläser
verschiedener Größen mit Deckeln, Gummiringen und Bügeln, einen
Einkochtopf mit Thermometer, eventuell auch Einfülltrichter und
Glasheber, einen Dampfentsafter.
Einkochgläser:
In vielen Haushalten
gibt es seit Großmutters Zeiten Rillen-, Flach- und Massivrandgläser.
Werden Sie beim Öffnen, Entleeren und Spülen nicht beschädigt, können
sie generationenlang verwendet werden. Nur die passenden Gummiringe
müssen ersetzt werden, da sie mit der Zeit brüchig werden. Es gibt in
Haushaltswarengeschäften auch Schraubdeckelgläser von verschiedenen
Firmen, die zum Sterilisieren geeignet sind. Bei mehrmaligem Gebrauch
müssen die Deckel bzw. Deckeleinsätze erneuert werden.
Diesen herkömmlichen
Systemen ist der relativ hohe, nicht mit Inhalt auffüllbare
„Kopfbereich“ des Glases gemeinsam. Im Verhältnis zum Inhalt des Glases
kann dort ein relativ hoher Schaumstoffanteil verbleiben, der vor allem
die oberen Schichten des Einkochgutes verfärbt und im Geschmack
nachteilig verändert. Werden im Haushalt neue Gläser angeschafft, ist es
sinnvoll Rundrandgläser auszuwählen, denn diese bringen Vorteile:
-
Der Glasdeckel ist
nach innen gewölbt, dadurch geringerer Kopfraum, der Deckel liegt
auf dem Inhalt auf, Verfärbungen sind seltener.
-
Die Gläser sind im
Vorratsregal stapelbar, haben eine größere Rutschsicherheit, werden
dadurch weniger leicht beschädigt.
-
Rundrandgläser
können trotz hoher Verschleißsicherheit beim Verbrauch leicht
geöffnet werden.

Einkochglas
|
Rundrandglas
|
Sturzglas
|
Gummiringe und Klammern:
Zu jedem Glastyp gibt
es passende Gummiringe. Man sollte sie niemals hängend aufbewahren,
sondern übereinander liegend und möglichst trocken und luftig in einem
offenen Karton. So verziehen sich die Gummiringe nicht, trocknen nicht
aus und werden nicht brüchig Auch die Klammern müssen zum Glastyp passen.
Einfülltrichter
und Glasheber:
Für das Gelingen des
Sterilisierens ist es sehr wichtig, daß der Glasrand absolut sauber ist,
wenn Gummi und Deckel aufgelegt werden.
Ein Glasheber zum Entnehmen der heißen Gläser trägt zur Unfallsicherheit
bei.
Einkochtöpfe:
Ob man einen
Einkochtopf mit einem der Herdart entsprechenden Boden oder einen
Automatik-Einkochtopf mit eigenem Heizelement anschafft, ist letztlich
eine Kostenfrage.
Wichtig sind außer dem Thermostat noch Einlegerost und genügend Platz,
sodaß die Gläser ohne gegenseitige Berührung stehen können.
Zu den Einkochtöpfen passend gibt es Saftgewinner-Einsätze zur
Dampfentsaftung, die nicht nur preisgünstig in der Anschaffung sind,
sondern auch praktisch sowie Vitamin- und Aromaschonend arbeiten.
Tipps für
richtiges Einkochen
1. Sauberkeit ist beim
Einkochen eine wichtige Voraussetzung.
2. Einkochgläser und
Deckel vor Gebrauch auf etwaige kleine Absplitterungen prüfen und
aussortieren.
3. Einkochringe wenige
Minuten in einer Lauge auskochen und bis zur Verwendung in frischem,
abgekochtem Wasser liegen lassen. Einkochringe, die schon mehrmals
verwendet wurden, sorgfältig prüfen, denn nur mit einwandfreien
Gummiringen ist ein sicherer Verschluß des Einkochringes gewährleistet
4. Wie hoch wird ein
Glas gefüllt?
Vorgekochtes Einkochgut
und alle
Flüssigkeiten (auch Aufgußflüssigkeiten) bis zu 2 cm unterhalb der
Unterkante des Glasrandes (bei Obst und Gemüse).
Breiartiges Einkochgut
(z. B. Apfelmus) bis
zu 4 cm unterhalb der Unterkante des Glasrandes.
Nachquellendes Einkochgut
(bei Wurst- und Fleischpasteten) nur
bis zur Hälfte füllen. Beim Einfüllen von heißem Einkochgut die Gläser
auf ein nasses Tuch stellen, damit sie nicht zerspringen.
5. Nach dem Einfüllen
den Glasrand säubern, den Einkochring aus dem heißen Wasser nehmen,
abtropfen lassen und nass auf den Glasrand legen. Danach den Deckel
auflegen und darauf achten, daß sich der Gummiring nicht verschiebt.
6. Verschließen der
gefüllten Einkochgläser mit Bügel. Darauf achten, daß sich dabei der
Einkochring nicht verschiebt oder verklemmt.
7. Nach dem
Hineinstellen der Gläser in den Topf gießt man soviel Wasser ein, daß
die Einkochgläser bis zu 3/4 ihrer Höhe davon umgeben sind.
8. Die Temperatur des
Wasserbades muß bei Beginn des Einkochens stets der Temperatur des
Gläserinhaltes entsprechen. Gläser mit kaltem Inhalt werden daher nur
mit kaltem Wasser, Gläser mit heißem Inhalt (bei vorgekochtem
Einkochgut) mit entsprechend heißem Wasser aufgesetzt. Das Thermometer
zeigt nämlich nur die Wassertemperatur an, nicht aber die Temperatur des
Einkochgutes in den Gläsern.
9. Das
Einkochthermometer mit der Schutzhülse durch die Öffnung im Deckel des
Einkochtopfes einschieben und darauf achten, daß die Hülse mit dem
Thermometer genügend tief ins Wasser reicht.
10. Die Einkochzeit
beginnt, wenn das Thermometer den im jeweiligen Rezept vorgeschriebenen
Hitzegrad erreicht hat. Wenn beispielsweise eine Einkochzeit von 25
Minuten bei 90°C vorgeschrieben ist, so beginnt die Einkochzeit erst
dann, wenn das Thermometer 90°C anzeigt.
11. Nach Beendigung des
Einkochens die Gläser aus dem Einkochtopf herausnehmen. Keinesfalls im
Wasserbad erkalten lassen und nicht mit einem Tuch bedecken, da die
Einkochzeit unnötig verlängert und das Einkochgut durch Nachkochen zu
weich und unansehnlich wird. Man vermeide aber, die Gläser der Zugluft
auszusetzen oder sie etwa auf eine kalte Unterlage zu stellen.
12. Die
herausgenommenen Einkochgläser müssen bis zum völligen Erkalten unter
Bügelverschluß bleiben; die Bügel sollten danach aber unbedingt
abgenommen werden. Denn nur dann ist durch leichtes Anfassen des Deckels
festzustellen, ob das Glas wirklich geschlossen ist.
13. Einkochgläser
werden geöffnet, indem man mit Daumen und Zeigefinger die vorstehende
Anfaßzunge des Einkochringes seitlich herauszieht, bis die Außenluft mit
dem bekannten Zischen in das Glas eindringt.
Gutes
Gelingen!
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