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Kulinarisches
Oberösterreich
In keinem anderen Bundesland sind Knödel so gegenwärtig wie in
Oberösterreich. Christoph Wagner und Klaus Egle zeigen in ihrem Buch:
"Wo isst Österreich" sogar eine prähistorische Begründung für die
Vorliebe der Oberösterreicher für deftige Teigwaren auf: Unter den
Mondseer
Pfahlbauüberresten wurden neben
manch anderem über 3000 Jahre alte Teigreste gefunden, die darauf
hindeuten, dass schon die Urahnen der heutigen Knödelgenießer die
kulinarischen Vorlieben ihrer Nachfahren teilten. Knödel in der
einzigartigen Vielfalt sind wohl auch in keiner anderen Gegend zu
finden, wie zum Beispiel Brandknödel, braune
Grießknödel, eingesetzte Knödel, gebackene Grießknödel, Speckknödel,
abgesetzte Leberknödel, geriebene Fleischknödel, Grammelknödel,
Mohnknödel, Räuberknödel, Schwemmknödel, Kaspreßknödel, Einmachknödel
und noch viele andere mehr.
Was lässt sich besser damit kombinieren als das knusprige frisch aus dem
Ofen kommende "Bratl“, das G'selchte
(Rauchfleisch) oder der
Surbraten (Pökelfleisch) und das heute noch
nach alten Rezepten hergestellte Stöcklkraut oder ein warmer Krautsalat
mit Speck.
Oberösterreichs bäuerliche Familien gestalten ein breites Angebot für
regionale Ess- und Trinkkulturen. Die Vielfalt der Topographie des
Landes ermöglicht ein sehr breit gefächertes Sortiment bäuerlicher
Erzeugnisse und Spezialitäten von Milch- und
Viehwirtschaft bis hin zu
Obst- und Gartenbau. Die zahlreichen Seen
und Flüsse liefern unterschiedlichste Fische. Und eines der
lebenswichtigen Elemente fürs Leben, das Salz,
wird auch in Oberösterreich abgebaut.
Die Käsewelt in
Oberösterreich ist geprägt durch Klöster, die auch hier wie in vielen
Ländern eine besondere Rolle in der kulinarischen Kultur gespielt haben.
Der "Schlierbacher" aus dem gleichnamigen
Prämonstratenserstift oder der
"Mondseer", der in der Stiftsmeierei des
aufgelassenen Salzkammergutstifts vor mehr als 100 Jahren das Licht der
Welt erblickte. Das süße Verlangen kann in Oberröstereich mit ganz
speziellen Besonderheiten gestillt werden. Der böhmische Einfluss auf die
Nachtische und Desserts spiegelt sich in den
Liwanzen, Dalken, schmalzgebackenen
Zwetschkenprofesen, Apfelschlangln und Bauernkrapfen wider.
Unter den
zahlreichen Brauchtumsgebäcken haben sich Störi- und Kletzenbrot bis heute
erhalten. Als das kulinarische Aushängeschild bei Süßem gilt die
Linzer Torte mit ihrem zartbitteren
Mürbteiggitter, die Konditor Konrad Vogel aus Weihenzell in Anlehnung auf
ein Backwerk der alten Ägypter erfunden hat. Der
Kaiserschmarrn ist ein berühmtes, für Österreich typisches Gericht.
Und alle Welt meint, er sei natürlich in der Kaiserstadt Wien erfunden
worden. Keine Rede. Er stammt aus Oberösterreich, aus irgendeiner
Holzfällerhütte. Es war nämlich ein gern geübter Brauch des Kaisers Franz
Joseph (1830-1916), bei seinen Jagdzügen in solchen bescheidenen
Waldhütten zu übernachten. Die ihm dort angebotene schlichte Lagerstatt
war ihm gerade recht, doch mit dem deftigen Holzfällerschmarren aus Mehl
und Fett konnte er sich nicht anfreunden. Da wurde ihm mulmig im Magen. So
wurde eigens für ihn eine feinere Art erfunden, auch mit Mehl, aber mit
Milch und Eiern. So wurde aus dem gewöhnlichen Holzfällerschmarren ein
vornehmer Kaiserschmarrn, der heute in der ganzen Welt bekannt ist, den
jedoch nur (so sagen sie) die Österreicher trefflich zubereiten können -
und am allerbesten die Oberösterreicher.
Als das
typische Getränk der Oberösterreicher ist wohl der Most anzusehen, der
heute in so genannten Mostschenken von Bauern aufgetischt wird.
Oberösterreich ist ein klassisches Bierland mit zahlreichen
Kleinbrauereien, die sich bis heute erhalten haben. Im Mühlviertel wird
auch heute noch hochwertiger Hopfen angebaut. In vielen Teilen des Landes
entwickeln sich neue Trends mit Spezialitäten aus der heimischen
Landwirtschaft ganz unter dem Motto: „G’sund und g’schmackig"
Hauptstadt: Linz
Fläche: 12.000 km²
Einwohner: 1,38 Millionen
Lage: Im Nordwesten Österreichs, umgeben von
Tschechien (Norden), Niederösterreich (Osten), Steiermark (Süden),
Bundesland Salzburg (Süden/Westen) und Deutschland (Westen.
Landschaft: Oberösterreich wird durch die von
West nach Ost fließende Donau in 2 Teile gegliedert. Nördlich der Donau
liegt das Berg- und Hügelland des Mühlviertels, das zur Böhmischen Masse
gehört. Dieses Granitplateau ist geologisch eines der ältesten Gebiete
Europas mit dem Plöckenstein (1.378m) als höchste Erhebung.
Am Südrand hat die Donau den Sauwald (895m) und den Kürnberger Wald von
diesem Granit- und Gneishochland abgetrennt. Südlich der Donau schließt
das Alpenvorland, welches im Tertiär unter dem Meeresspiegel lag, mit
einer Breite von bis zu 50 km und Seehöhen zwischen 250 m und 800 m an.
Es wird von etlichen Flüssen (Traun, Krems, Steyr, Enns) geteilt, und
entlang von Salzach und Traun sind eiszeitliche Moränenhügel zu finden.
An der Donau liegen die großen Stromebenen des Eferdinger und Linzer
Beckens. Noch weiter südlich - an das Alpenvorland anschließend -
steigen die Kalkalpen bis zum höchsten Gipfel des Landes (Dachstein
2.995 m) hin an. Hier sind auch die östlichsten Gletscher (Hallstätter
Gletscher) der Alpen zu finden. Das Alpengebiet umfasst das
Salzkammergut, das Tote Gebirge und das Pyhrn-Eisenwurzen-Gebiet.
Oberösterreich gilt wegen seiner wunderbaren Landschaften und
zahlreichen Seen als besonderer Tipp für Erholungssuchende. |