Beitrag aus Culinarium Österreich:

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Kulinarisches Salzburgerland

Für € 5900 wurden die zwei Bände "Neues Saltzburgisches Koch-Buch" von 1719 im Jahre 2002 versteigert. Kein hoher Preis, denn Conrad Hagger, seines Zeichens fürsterzbischöflicher Leibkoch beim Salzburger Kirchenfürsten Ernest Graf von Thun und Feinschmecker von hohem Rang, hinterließ mit seinen 2500 aufgezeichneten Rezepten der Nachwelt einen einzigartigen Einblick in das kulinarische Erbe des Landes, in diesen Teil, der durch den Reichtum der Salzburger Kirchenfürsten und durch die Handelsstadt Salzburg geprägt wurde.

Die andere Seite traditioneller Ess- und Trinkkulturen im Bundesland Salzburg wurzelt tief in der einfachen gewachsenen Bergbauernküche. Schließlich liegen mehr als 60% des Landes über 1200 m der Meereshöhe. Heute verschmilzt die Küche der Reichen mit dem Arme-Leute-Essen vergangener Epochen. Beide Seiten haben eines gemein, der Zugriff zu den Grundprodukten war bedingt durch die geografische Lage und den Handelszentren der Landeshauptstadt Salzburg nicht allzu schwer.

Vieles wurde aus anderen Regionen ins Land gebracht. Noch heute finden sich nationale Einkaufsabteilungen der Lebensmittel-Großverteiler im Salzburgerland. Heute prägen zahlreiche Rohprodukte heimischer bäuerlicher Familienbetriebe die Speisen des Landes, die Vielfalt regionaltypischer authentischer Spezialitäten nimmt gefördert durch Kooperationen von Land- & Gastwirten und heimisches Gewerbe immer mehr zu. Die Bodenständigkeit der Salzburger Küche ist selbst im Spitzenbereich des Tourismuslandes Salzburg präsent.

Einfache Produkte wie Kalbskopf, Züngerl, Hirn und Saubackerl haben hier eine größere Bedeutung als anderswo, wie auch die Fleischstrudelsuppe oder die typische Alt Salzburger Knoblauchsuppe, aber auch fantasievolle Kreationen mit Kräutern oder Bier.

In fast allen vier Gebirgsgauen - Pongau, Pinzgau, Tennengau und Lungau - ist die Schottsuppe (Schotten ist Topfen aus Buttermilch) sehr beliebt. Die Schottsuppe ist eine Alltagssuppe, die früher als Stärkung zum Frühstück oder am Abend gegessen wurde. Heimische Rinderrassen wie "Pinzgauer" liefern hervorragendes Fleisch für regionale Schmankerl. 1440 Schafhalter und über 1000 Ziegenbauern versorgen das Land mit Schaf- und Ziegenfleisch wie auch mit Schaf- und Ziegenkäse. Dann kann man schon leichter Gerichte wie ein geschmortes Lamm mit Ziegenkäsenockerl aus heimischen Rohprodukten zubereiten. Maissuppe mit gesurtem Saurüssel, Bauernhenderl mit Schmorgemüse, Kuttelgeschnetzeltes, Leberstriezerl, Berglinsenstrudel, gefüllter Ochsenschlepp, Reindlrostbraten oder gefüllte Kalbsbrust sind echte Salzburger Köstlichkeiten wie auch heimische im Pinzgau gezüchtete Flusskrebse, die von Spitzenköchen als Delikatessen serviert werden.

Aus den Jagdrevieren stammen Rotwild, Gams und sogar Auerhahn, hinzukommen Fische wie Lachsforelle, Waller, Rainanke oder Saibling aus den heimischen Flüssen und Seen.

Das Salzburgerland gilt wie alle Alpenregionen auch als Käseland. Vorwiegend werden aus Kuhmilch Hart- und Schnittkäse erzeugt, in den Gebirgsregionen Pongau und Lungau hat die Ziegenkäserei schon lange Tradition. Viele der Bauern bewirtschaften ihre Höfe mit biologischer Ausrichtung.

Mehr als 1000 Jahre ist das Bier ein Teil der Salzburger Trinkkulturen. Ein für die Geschichte des Bieres bedeutender Erzbischof war Leonhard von Keutschach, der um die Wende zum sechzehnten Jahrhundert in Salzburg oberster Kriegsherr, aber auch oberster Braumeister war. Das Volk nannte ihn "Liendl Pierschenkh", weil er seinen Beamten einen Teil ihres Gehaltes als Bierdeputat ausbezahlte. Bier wird auch zum Kochen von einigen Leibspeisen der Salzburger - Beispiel Biersuppe - verwendet. Das Salzburger Bierfleisch ist ein Gericht aus Rindfleisch, Schinken, Zwiebeln, das mit Mehl kurz gestaubt und mit Bier aufgegossen wird. Die Mätresse eines Erzbischofs, Salome Alt, soll das süße Aushängschild der Salzburger Kulinarik erfunden haben: Das Salzburger Nockerl. Eine Portion des süßen Genusses besteht aus einem „Gebirge“ von drei Nockerln, goldbraun gebacken, mit reichlich Staubzucker bestreut und auf einer Silberplatte serviert und reicht für zwei bis drei Personen. Salome Alt soll dafür vom Erzbischof mit 15 Kindern und dem Schloss Mirabell beschenkt worden sein.

Kristallklares Mineralwasser aus dem Gasteiner Tal gehört natürlich auch zum Salzburger kulinarischen Gut wie die zahlreichen Edelbrände, Marmeladen und Brote.

Bundesland Salzburg
Hauptstadt
: Salzburg
Fläche: 7.154 km²
Einwohner: 506.100
Lage: Im Westen Österreichs, umgeben von Deutschland (Norden), Oberösterreich (Norden/Osten), Steiermark (Süden), Kärnten (Süden) und Tirol (Westen).
Landschaft: Das Land Salzburg gliedert sich in fünf Gaue: Flachgau, Tennengau, Pongau, Lungau und Pinzgau. Seinen Namen erhielt Salzburg auf Grund seines Salzreichtums. 13 Berggipfel des Bundeslandes ragen mehr als 3000 m über dem Meeresspiegel dem Himmel empor.
 


Salzburger Hausmannskost


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